Scharbel Makluf
SCHARBEL, Makluf, Heiliger und wundertätiger Eremit im Libanon, geboren 8.5. 1828 in Bqa` Kafra, gestorben 24./25. 12. 1898 in
Beirut. - Als fünftes und jüngstes Kind von Anton Mahluf erhielt <211>. den Taufnamen Joseph. Schon während seiner Kindheit und
Jugend, die er in seinem Heimatdorf verbrachte, zeichnete er sich durch ausgeprägte Frömmigkeit aus. 1851 trat er ins Kloster der
libanesischen Mönche (Baladiten) in Maifuq ein und nahm den Mönchsnamen <211>arbel an. 1852 wechselte er ins Kloster Mar Marun
in `Annaya, wo er am 1.10. 1853 seine Gelübde ablegte. Im selben Jahr wurde er auf die Schule von Kfifan geschickt, wo er das
Syrische erlernte und sich liturgische, theologische und kanonistische Grundkenntnisse erwarb. Am 23.7. 1859 wurde er zum Priester
geweiht. Von 1859-1875 lebte er wieder im Kloster des Hl. Maran in `Annaya bei Gubail. 1875 zog er sich mit zwei anderen Brüdern als
Eremit in die Einsiedelei des Klosters zurück, arbeitete in den Weinbergen und Gärten des Klosters und widmete sich dort bis zu seinem
Tode dem Gebet und der Betrachtung. Sch. soll zahlreiche Kranke geheilt und sogar zwei Personen, Bulos <211>am`un und das Kind
Maryam Georg Hayek, wieder zum Leben erweckt haben. 1885 befreite er das Umland des Klosters von einer Heuschreckenplage. Bei
Öffnungen seines Grabes am 15. April 1899 und am 22. April 1950 fand man seinen Leichnam unversehrt. Bis 1953 wurden 2200
Gebetserhörungen, Gnadenerweise und Wundertaten auf seine Fürbitte zurückgeführt. Bereits 1927 wurde in Rom der
Seligsprechungsprozeß eingeleitet. Am 5.12. 1965 wurde er von Papst Paul VI. in Gegenwart von 3000 Pilgern aus dem Libanon
seliggesprochen. Am 9.10. 1977 nahm Paul VI. in Anwesenheit des maronitischen Patriarchen Pierre-Anton Khoreich und hoher
Regierungsvertreter des Libanon die Heiligsprechung vor.

Lit.: Maria Bayer, Ein neuer Heiliger der Maroniten. - Scharbel Makhlouf (1828-1898), in: OstKSt 1, 1952, 226-232; - Rudolf Kriss und
Hubert Kriss-Heinrich, Volksglaube im Bereich des Islam I: Wallfahrtswesen und Heiligenverehrung, Wiesbaden 1960, 256-262; - Michel
Hayek, Le chemin du désert. Le père Charbel, Le Puy und Lyon 1963; - Paul Daher, Charbel- un homme ivre de Dieu 1828-1898,
Beirut 1965; - Louis Wehbe, Le père Charbel Makhlouf. Le temoignage monastique de l'église Maronite, in: Collectanae Ordinis
Cisterciensium Reformatorum 28, 1966, 78-115; - La béatification du P. Charbel Makhlouf, in: Proche-Orient Chrétien 16, 1966, 84-86
und 287; - Ernst Joseph Gorlich, Der Wundermönch vom Libanon. Das Leben des seligen Scharbel Machluf, Stein am Rhein 1971; -
Pierre Dib, History of the Maronite Church, Detroit 1971; - Joseph Vandrisse, La canonisation de l'ermite Charbel Makhlouf, in: PrO 27,
1977, 315-319; - L'église maronite à l'heure de saint Charbel, in: Ebenda, 348-354; - Jean-Pierre Haddad, Charbel - un saint du Liban,
Paris 1978; - Maurice Saliba, Index Libanicus. Analytical Survey of Publications in European Languages on Lebanon, Junieh 1979, 469;
- Butros Dau, Religious, Cultural and Political History of the Maronites, 1984, 772-776; - LThK IX, 370.


Autor: Klaus-Peter Todt
Quelle:  BBKL

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Updated: 11.10.1998
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