Ignatios Gabriel Tappouni

TAPPOUNI (Tabbuni), Mar Ignatios Gabriel, syrisch-katholischer Patriarch von Antiochien, * 3. November 1879 (Taufname:
Theophilos) in Mossul (Irak), + 29. Januar 1968 in Beirut (Libanon). Er machte seine Gymnasial- und ebenso seine
philosophisch-theologischen Studien an dem von Dominikanern geleiteten Priesterseminar für die kath. Syrer und Chaldäer (Ostsyrer) in
Mossul. Am 3. November 1902 wurde T. zum Priester geweiht; schon am 14. September 1912 erwählte ihn die Patriarchalsynode zum
Titularbischof von Danaba in Syrien; er wurde jedoch bald darauf, am 18. Januar 1913, auf den Titularsitz von Batne in Mesopotamien
versetzt und zum Patriarchalvikar von Mardin ernannt. Während des seitens der Türken an den Armeniern begangenen Völkermordes
wurden auch syrische und chaldäische Christen in großer Zahl Opfer von Gewalttaten. Der junge syrische Bischof T. in Mossul wurde
verhaftet und um seines Glaubens willen - man wollte ihn überreden, zum Islam überzutreten - zum Tode verurteilt. Darum wird er als
»Bekenner des Glaubens« verehrt. Auf Ersuchen von Papst Benedikt XV. intervenierte das österreichische Kaiserhaus bei der Hohen
Pforte in Istanbul zu seinen Gunsten, so daß er die Freiheit wiedererlangte. Am 24. Februar 1921 erwählte ihn die Heilige Synode zum
Erzbischof von Aleppo (Syrien) und am 24. Juni 1929 als Nachfolger von Mar Ignatios Ephrem II. Ä Rahmani zum Patriarchen. Papst
Pius XI. erwählte T. im Konsistorium vom 16. Dezember 1935 zum Kardinal der Heiligen Römischen Kirche und wies ihm die Kirche
der heiligen Zwölf Apostel zu; am 22. Februar 1965 wurde T. zum Kardinal der Heiligen Kirche erhoben (im Range eines
Kardinalbischofs ohne römische Titelkirche). Patriarch Ignatios Gabriel war ein hervorragender Organisator, der nach den schweren
Verlusten, die seine Kirche im ersten Weltkrieg erleiden mußte, diese wieder aufbaute, gleichzeitig war er ein Mann tiefer Spiritualität,
voller Eifer und Opferbereitschaft. Er erfreute sich der Verehrung der Bischöfe seines Patriarchats ebenso wie jener des Klerus und der
Gläubigen. Auch bei den weltlichen Behörden war er hoch geachtet. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil war der syrische Patriarch
einer der Konzilspräsidenten.

Werke: Neuausgabe des Stundengebetes für die Wochentage »<211>'himo«, <211>arfeh (Libanon) 1937; Ktobo d-Takse Kumroe/Le
livre des Services Pontificaux [syr.], 2 Bde, Beirut-<211>arfeh (Jounieh) 1950-1952; Marie et l'Église dans le Moyen-Orient, in: L'Orient
Syrien 4 (1959) 62-72. - Hirtenschreiben: Unsere Herrin, die selige Jungfrau Maria, 1935; Das Priestertum Jesu. Der göttliche Erlöser.
Die Berufung zum Priestertum, 1948; Zur Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme der seligen Jungfrau Maria in den
Himmel, 1950; Aus Anlaß des marianischen Jahres sowie meines goldenen Priester- und silbernen Patriarchaljubiläums, 1954 [alle
arabisch].

Lit.: W. de Vries, Dreihundert Jahre syrisch-katholische Hierarchie, in: Ostkirchliche Studien 2 (1956) 137-157; - B. Spuler, Die
morgenländischen Kirchen (= Sonderdruck aus: Handbuch der Orientalistik, I. Abteilung, VIII. Band, 2. Abschnitt), Leiden-Köln 1964,
213 [95]; - Sacra Congregazione per le Chiese Orientali (Hrsg.), Oriente Cattolico. Cenni storici e statistiche, Città del Vaticano 1974, 5
und 155 f.; - C.I. Mansourati, Les Syriens, in: La Sacra Congregazione per le Chiese Orientali nel Cinquantesimo della Fondazione,
1917-1967, Rom 1969, 381-385.


Autor: Johannes Madey
Quelle:  BBKL

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Updated: 11.10.1998
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