Thomas von Harqel
THOMAS von Harqel, Syrisch-orthodoxer (»jakobitischer«) Bischof zu Beginn des 7. Jahrhunderts. Nachdem er griechische Studien
betrieben und als Mönch gelebt hatte, wurde er zum Bischof von Mabug erhoben und zur Zeit des Kaisers Maurikios - also vor 602 -
von dort vertrieben. Er emigrierte nach Ägypten. Von dort aus vermittelte er in den Unionsverhandlungen von 609/610. Bei den
Unionsverhandlungen mit Kaiser Herakleios befand er sich im Gefolge des syrisch-orthodoxen Patriarchen (sogenannte
»Monophysiten«). Mit mehreren Mitarbeitern stellte er in seinem alexandrinischen Zufluchtskloster eine Rezension des syrischen Neuen
Testaments (die sogenannte »Heraklensis«) fertig. Neben der Philoxenia wurden dabei griechische Handschriften zugrundegelegt.
Baumstark nahm an, daß die Anregung zu dieser Arbeit auf den Patriarchen Athanasios zurückginge.

Lit.: Die ältere Literatur findet sich verzeichnet bei Anton Baumstark (dort auch Verzeichnis der wichtigsten Quellen zu Biographie und
Werk). Eine kurze Biographie nach einer vatikanischen Handschrift gibt Joseph Simon Assemani, Bibliotheca Orientalis
Clementino-Vaticana, Bd. 2, (De scriptoribus Syris monophysitis, Rom 1721, 90 f. Eine fortlaufende Bibliographie bietet regelmäßig
Sebastian P. Brock unter »Syriac Studies ... A classified Bibliography« in Parole de l'Orient. Auszugsweise seien genannt: A. Hilgenfeld,
Thomas von Heraklea und die Apostelgeschichte, ZWTh 43, (1900), 401-422; - Peter Corssen, Die Recension der Philoxeniana durch
Thomas von Mabug, ZNW 2 (1902), 1-12; - Paul Harb, Die heraklensische Übersetzung des Neuen Testaments: neue
Handschriftenfunde, OrChr 64 (1980), 36-74 (Kurzfassung unter gleichem Titel in ZDMG Supplement 4 (1980), 156 f); - J.D. Thomas,
A list of manuscripts containing the Heraclean Syriac Version of the New Testament, ThRev 2,2 (1979), 26-32; - J.D. Thomas, The
Gospel colophon of the Harclean Syriac version, ThRev 3 (1980), 16-26; - Arthur Vööbus, The Apocalypse in the Harklean version. A
facsimile edition of Midyat Orth. 35, CSCO 400 (Subsidia 56) (1978).

 


Autor: Martin Tamcke
Quelle:  BBKL 
Web Master Gabriel Rabo
Updated: 10.07.1998
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