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Der Autor des Buches über das Massaker an den Aramäern Chorepiskopos Sleman Henno verstorben

 

SOLNews (16.2.2006) – Am heutigen Tag, den 16.2.2006, verstarb der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Sleman Henno im Alter von 88 Jahren in der hauptsächlich von den Aramäern bewohnten Stadt Qamischli, in Syrien. Er war 53 Jahre lang als Priester im Dienst der syrisch-orthodoxen Mutter-Gottes Kirche in Qahtaniye („Qabre Hewore“).

 

Geboren wurde er nach dem Völkermord im Jahre 1918 im aramäischen Dorf Arkah (Harabale), im Tur ‘Abdin. Nach seiner Ausbildung im Tur ‘Abdin wurde er 1953 durch den Bischof vom Tur ‘Abdin, Mor Iwannis Ephrem Bilgiç, für die damals in der Diaspora lebenden Syrisch-Orthodoxen in Qahtaniye zum Priester geweiht. Nach dem Massaker (hauptsächlich 1924) flüchteten viele Aramäer aus der Türkei nach Syrien, wo sie Schutz unter dem französischen Mandat suchten. Hier betreute er sie seelsorgerlich und baute die Gemeinde weiter auf. 1981 weihte ihn Metropolit Mor Estatheos Kyriakos Tanurci zum Chorepiskopos (Erzpriester). Auf Grund seines Engagements und Dienstes in der Syrischen Kirche ehrte ihn der Patriarch von Antiochien, Mor Ignatius Zakka I. Iwas, beim Apostolischen Besuch dort am 15.8.2004 mit dem Medaillon des heiligen Mor Ephrem.

 

Berühmt wurde Khori Sleman Henno durch sein auf Syrisch verfasstes Buch „Gunhe d-Suryoye d-Tur ‘Abdin“ über das Massaker an den Aramäern in der Türkei im Jahre 1915, dem sogenannten „Jahr des Schwertes“. Das Werk, das sich mit den Ereignissen in vielen syrischen Dörfer befasst, wurde später in Europa in mehrere Sprachen, ins türkische (Athen 1993), ins schwedische (Örebro 1998), ins deutsche (Losser 2005), ins niederländische und ins englische (die letzten zwei im Druck) und in Syrien ins arabische (2004) übersetzt. Das syrische Original wurde zum ersten Mal 1987 vom Metropoliten Mor Julius Yeshu Çiçek in Holland herausgegeben. Damit lässt Khori Sleman Henno über seinen Tod hinaus alle Nachfahren der Opfer des Völkermordes durch sein sehr wichtiges Werk in wacher Erinnerung.

Gabriel Rabo

 

 

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Updated:
17.02.2006
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