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Patriarch Mor Ignatius Zakka Iwas
empfing ostsyrischen Katholikos Mar Denha

Damaskus - Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Zakka I. Iwas empfing am 31.10.1999 den ostsyrischen Katholikos Mar Denha im neuen Theologischen Seminar in M‘arat Saydnaya bei Damaskus. Begleitet wurde der Katholikos aus den Vereinigten Staaten von einer Delegation aus vier Bischöfen seiner Kirche. Aus der syrisch-orthodoxen Kirche waren Mor Severius Malke Murad und Mor Iwannis Bulus al-Souki anwesend. Nach diesem Freundschaftsbesuch schenkte Mor Ignatius Zakka Iwas dem Katholikos Mar Denha und seinen Bischöfen Medaillons des Mor Ephrem Klosters. Was und worüber die beiden syrischen Oberhäupter diesmal sprachen, berichtet uns das Patriarchal Journal nichts weiteres, außer daß höheren Gästen ein Gastmahl serviert und der Abend mit syrischen Hymnen und Gesängen durch die Seminaristen und Mönche begleitet wurde.

Das war aber nicht das erste Treffen der beiden syrischen Patriarchen. Sie haben bereits in den letzten Jahren einander einige Male getroffen. Freundschaftsbesuche zwischen den Geistlichen beider Kirchen dürfte es wohl auch in der Vergangenheit gegeben haben. Wir lesen z.B., daß der Maphryono Bar ‘Ebroyo († 1286) in Maraga von den ostsyrischen Katholikos immer sehr herzlich empfangen wurde. Die erste Begegnung der beiden syrischen Kirchen war vor wenigen Jahren, als die beiden Oberhäupter offiziell zusammenkamen und gegenseitig die alten Verfluchungen aus dem 5. Jh. in einer Kommuniqué aufhoben. Nach dem Schisma auf dem dritten ökumenischen Konzil von Ephesus im Jahre 431 war die "nestorianische" Kirche ganz von dem syrischen Patriarchat von Antiochien isoliert. Es ging dabei um theologische Glaubensthesen vom Patriarchen Nestorius († 451) von Konstantinopel, vor allem um die zwei Naturenlehre Christi und die Ablehnung der Bezeichnung Mariens als yoldat aloho (Mutter-Gottes).

Die ostsyrisch-nestorianische Kirche hatte auch, wie die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die als Mutterkirche aller syrischen Kirchen und rechtmäßiger Thronfolger Petri in der Sukzession des apostolischen Patriarchats von Antiochien gilt, eine schmerzliche Kirchentrennung hinter sich. Als ein Teil der nestorianischen Kirche trat die sog. "chaldäische" Kirche im Jahre 1553 zur römisch-katholischen Kirche über. Ihr gegenwärtiger "chaldäischer" Katholikos von Babylon, Raphael I. Bidawid (seit 1989), residiert in Bagdad und ihm unterstehen 15 Diözesen mit 250-300 Tausend Gläubigen. Die ostsyrische nestorianische Kirche spaltete sich 1968 nochmals in zwei Patriarchate: Mar Addai Shlemun Georgis (Katholikos seit 1972) residiert ebenfalls in Bagdad und hat sechs Diözesen. Mar Denha IV. Hanania, der 1976 zum Katholikos in London inthronisiert wurde, hat seine Residenz seit 1980 in Chicago und ihm unterstehen sieben Diözesen. Die Zahl der Gläubigen beider Jurisdiktionen ostsyrischer Kirche dürfte zwischen 150-200 Tausend liegen. Die meisten von ihnen leben in der westlichen Diaspora vor allem in den USA.

Die Ostsyrer haben auch eine altkirchliche Liturgie und sprechen ebenfalls Syrisch und zwar einen ostsyrischen Dialekt des Ostaramäischen, der fälschlicherweise von manchen "aturaya" oder "ashuraya" (Assyrisch) genannt wird.

Gabriel Rabo


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Updated: 16.06.2000
Last Updated: 17.8.2000
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