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300 Jahre altes syrisches Evangeliar aus
der Kirche in Mardin geraubt

 

SOLNews - Mardin (18.4.2003). Am 17.4.2003 wurde ein weiteres syrisches Evangeliar geraubt. Dieses Mal aus der Vierzig-Märtyrer-Kathedrale in Mardin. Es ist der zweite Raub eines kostbaren Evangeliars innerhalb von drei Monaten. Vier Räuber kamen morgens gegen 9 Uhr in die Kirche und stellten sich einem syrischen Jungen als Besucher aus Istanbul sowie Forscher über das Volk der Syrer vor. Dieser führte sie dann in die Kirche. Sie raubten das große vor dem Altarraum stehende, 300 Jahre alte handgeschriebene Evangeliar mit silbernem, aus christlichen Motiven geschmücktem Deckel und flohen, nachdem sie den Jungen in der Kirche eingesperrt hatten. Er entkam durch eine zweite Kirchentür und meldete den Fall sofort einem syrischen Geschäftsmann in der Nachbarschaft, der dann die Polizei einschaltete.

 

„Binnen 10 Minuten kam die Polizei in die Kirche und begann mit der Suche nach den Räubern, doch ohne Erfolg [...]. Hier trafen sich viele Behörden, unter ihnen auch der Gouverneur von Mardin und der oberste Chef der Sicherheitsbehörde der Provinz“, so Frau Akyüz, die Gattin des zuständigen Gemeindepfarrers, gegenüber Suryoyo Online. Frau Akyüz, die im selben Kirchenkomplex wohnt, konnte zwei der Räuber im Innenhof vor der Tat beobachten, als sie den Fluchtweg prüften. Pfarrer Gabriel Akyüz, der eigentlich sonst selbst die Besucher in die Kirche führt, war während des Raubüberfalles in seinem Heimatdorf zu Besuch und war fassungslos, als er vom Raub des Evangeliars aus seiner Kirche hörte. „Nun haben wir unsere alten liturgischen Handschriften vor weiteren Überfällen in Sicherheit gebraucht“, sagte der Pfarrer später in einem Telefongespräch. Er bestellte sofort zwei Exemplare des gedruckten Evangeliars (der Abschrift des Metropoliten Julius J. Çiçek) aus dem syrischen Kloster Mor Ephrem in den Niederlanden durch den Verfasser dieses Berichtes. In den Kirchen des Tur Abdin benutzt man noch heute im täglichen Gottesdienst die handgeschriebenen, zum Teil sehr alten liturgischen Bücher.

 

Der Überfall einer syrischen Kirche durch moslemische Räuber geschieht nicht zum ersten Mal. Bereits vor drei Monaten, am 7. Januar 2003, wurde ebenfalls ein handgeschriebenes syrisches Evangeliar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, zusammen mit weiteren alten liturgischen Gegenständen, aus der Mutter-Gottes-Kirche zu Diyarbakir von bislang unbekannten Tätern gestohlen. Vermutlich steht eine organisierte Bande hinter diesen Raubaktionen.

 

Die Täter betrachteten scheinbar als normale Besucher vorher die Kirchengegenstände. Seit der Aufhebung des Ausnahmezustandes besuchen nicht nur ausländische Touristen, sondern auch die einheimischen Moslems scharenweise die syrischen Kirchen und Klöster des Tur Abdin sowie der Umgebung. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2002 kamen ca. 98.000 Besucher in das Kloster Deir Za‛faran bei Mardin. Die uralte aramäische Stadt Mardin, die hauptsächlich durch die syrisch-aramäische Kultur geprägt ist, wird bald von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

In Mardin, wo vom 12. bis zum letzten Jahrhundert (1932) die Patriarchen des Apostolischen Stuhles von Antiochien mit dem Sitz in Deir Za’faran residierten, leben heute nur noch ca. 80 syrische Familien. Im Februar dieses Jahres wurde ein neuer Bischof für die Diözese Mardin als Nachfolger des 1969 verstorbenen Gelehrten Bischof Hanna Dolabani geweiht. In der Hoffnung, dass die Menschen dort mit ihren Kirchen vor Repressalien besser geschützt werden könnten. Doch die räuberischen Aktionen, wie sie erst kürzlich in Diyarbakir geschahen, stellen eine Gefahr dar, mit der nicht nur in Mardin, sondern auch in anderen syrischen Orten, in nächster Zukunft immer wieder zu rechnen ist.

 

Suryoyo Online appelliert an die türkischen Behörden, ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen und die syrischen Kirchen- und Klosterschätze – ein Weltkulturerbe in der Türkei – vor Plünderern und Räubern zu schützen.

 

Gabriel Rabo


Ancient Syriac Gospel stolen from the Church
of Forty Martyrs in Mardin

April 17, 2003 a 300 year old Book of the Gospels in Syriac were stolen from the Cathedral of the Forty Martyrs in Mardin. The robbers came to the church early morning and introduced themselves to a Syriac Orthodox boy as researchers. The boy let them into the church. They locked up the boy in the church and fled with the Gospel Book. Earlier, on January 7, 2003, the Church of the Mother of God in Diyarbakir was similarly plundered by criminals who remain at large. It appears that an organized gang of criminals is operating in Southeast Turkey.

 

Suryoyo Online appeales to the Turkish authorities to help protect the Syrian churches and monasteries in Tur `Abdin and its invaluable heritage from looting.


Mardin'de kiliseden 300 yıllık İncil çalındı

Mardin’de Süryani cemaatine ait bin yıllık Kırklar kilisesinde bulunan 300 yıllık el yazmalı tarihi İncil, kendilerini araştırmacı olarak tanıtan 4 kişi tarafından gündüz gözüyle kiliseden çalındı.

Sabah saatlerinde Kırklar kilisesine gelen 4 kişi kilisede bulunan 11 yaşındaki Murat Gülseren’e İstanbul Üniversitesi’nden geldiklerini ve Süryani dini hakkında araştırma yaptıklarını söylediler. Kilisede bulunan Murat Gülseren ile birlikte 4 hırsız Kırklar kilisesi içinde bulunan 300 yıllık İncil’in bulunduğu yere gelerek burada İncili incelediler. Bu sırada iki kişi arka tarafa geçerek pamuk üzerine bayıltıcı ilaç koyup Murat Gülseren’in ağzına kapattı. Diğer iki hırsız ise İncili çantaya koyarak kiliseden dışarı çıktı. Murat Gülseren’in kilise içinde bağırması üzerine korkan hırsızlar kaçmaya başladı. Dışarı çıkmak isteyen Murat Gülseren’in üzerine kapıyı kilitleyen hırsızlar bağırmaması için de kendisini ölümle tehdit ettiler. Kırklar kilisesinden kaçan 4 hırsız kayıplara karışırken, Murat Gülseren kilisenin arka kapısında çıkarak durumu kilise de bulunan görevlilere bildirdi. Görevlilerin olay polisi bildirmesi üzerine polis kilisede geniş çaplı güvenlik tedbirleri aldı. 300 yıllık incilin çalındığı bölümde parmak izi araştıran polis olay yerinde hırsızların not defterini buldu.

Şeyhmus Edis, Mardin

Zaman Gazetesi, 18.04.2003

 


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Updated: 05.05.2003
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