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Neuer Priester für Gütersloh geweiht

Für die neu gegründete dritte syrische Gemeinde in Gütersloh (Deutschland) wurde Isa Acar am 5.12.1999 durch die Hand des Erzbischofs Mor Dionysius Isa Gürbüz zum Priester geweiht. An der Priesterweihe nahmen zahlreiche Kleriker und Gläubige in der Mor Luka-Kirche im Stadtteil Plangenhagen teil. Unter ihnen waren auch katholische und evangelische Pfarrer sowie politische Vertreter der Stadt Gütersloh. Er wurde bereits wie üblich kurz davor am Freitag zum Diakon im Kloster Mor Jakob von Sarug in Warburg geweiht. Es war im Kloster die erste höhere Weihe nach dem Ritus der syrisch-orthodoxen Kirche seit seinem Erwerb im Jahre 1997. Die neue Gemeinde kaufte im Juli 1999 die vor 33 Jahren aus Beton gebaute evangelische Lukas-Kirche für DM 550.000. Damit ist sie die dritte syrische Kirche in Gütersloh. Hier leben ca. 800 syrische Familien, die meisten von ihnen stammen aus Tur‘Abdin.

Der neue Priester Isa Acar ist 1963 in Bekusyone im Tur‘Abdin geboren. Nach der türkischen Schule in seinem Dorf war er von 1975 bis 1979 als Seminarist im Priesterseminar des Klosters Mor Gabriel im Tur‘Abdin. Nach seinem Studium war er von 1979 bis 1983 und von 1985 bis 1988 Religions- und Syrischlehrer im Dorf Gundik-Shukro/‘Ito bei der ehemals ersten syrischen Universitätsstadt Nisibis. 1991 wanderte er nach Deutschland aus, wo er dann in Gütersloh eine 3,5jährige Ausbildung als Automechaniker absolvierte. Nebenbei lehrte er von 1992 bis 1999 weiter Religion und Syrisch in der syrischen Schule der Mutter-Gottes-Kirche und wird so diese Lehrtätigkeit weiter neben seiner seelsorgerischen Arbeit in seiner neuen Gemeinde fortsetzen. 

Pfarrer Isa Acar ist der dritte Pfarrer, der durch Mor Dionysius Isa Gürbüz für die seit 1997 bestehende Diözese Deutschland geweiht wurde. Der Erzbischof weihte bereits am 21.3.1999 den Pfr. Shemun Kurt für Worms und am 1.8.1999 Pfr. Abdulmesih Nergiz für Köln. Damit ist die Zahl der syrischen Pfarrer der Diözese Deutschlands auf 44 gestiegen. Davon sind 27 Pfarrer nach der Gründung der Diözese von Mitteleuropa im Jahre 1977 zum größten Teil durch die Hand des Erzbischofs Mor Julius Jeshu' Çiçek geweiht, und 14 kamen schon als Priester aus Tur‘Abdin nach Deutschland. In Deutschland gibt es zur Zeit ein Kloster (Bischofssitz) und 20 gekaufte bzw. neu gebaute syrische Kirchengebäude, und weitere fünf befinden sich im Bau. Die Zahl der Syrer in Deutschland dürfte über 50.000 liegen. Die 1999 durch den Diözesanrat gestartete Statistik, die genaue Anzahl der Syrisch-Orthodoxen in Deutschland geben könnte, ist noch nicht ausgewertet. Die Diözese Deutschland liegt in bezug auf die Anzahl ihrer Priester ohne Indien an erster Stelle in der gesamten Syrisch-Orthodoxen Kirche.

   GABRIEL RABO


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Updated: 11.03.2000
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