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Schlusskommuniqué
der EKD und der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen

Auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Evangelischen Akademie zu Berlin trafen sich vom 21. – 23. März 2003 Vertreter der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen und der EKD zu einer Konsultation unter dem Thema „Was uns eint und was uns trennt – Evangelische und Alt-Orientalische Christen im theologischen Gespräch“ in der Diakonischen Akademie Deutschland. In einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens wurden die vielfältigen Aspekte der verschiedenen theologischen Dialoge, in denen die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen beteiligt sind, erörtert. In einem ersten Schritt referierten Prof. Hage (Marburg) und Principal K. M. George (Kottayam, Indien) über „Werden und Wachsen der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen“, Prof. Tamcke (Göttingen) und Privatdozent Gazer (Halle-Wittenberg) führten in das Dialoggeschehen zwischen Evangelischen und Orientalisch-Orthodoxen ein, und Prof. Winkler (Graz) erläuterte die Dialoge der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen mit der Römisch-Katholischen Kirche.

Metropolit Gregorios Yohanna Ibrahim (Damaskus), Erzbischof Mesrop Krikorian (Wien), Metropolit Anba Bishoy (Kairo), Prof. Reinhard Thöle (Bensheim) gaben Beiträge zu der Rezeption und den Perspektiven der Dialogergebnisse.

Den Teilnehmern wurde deutlich, dass das, was die Orientalisch-Orthodoxen und Evangelischen Kirchenfamilien eint, gegenüber dem Trennenden deutlich überwiegt. Die Vertreter beider Seiten waren sich einig, dass auch in der Christologie aufgrund der Ergebnisse der internationalen Dialoge Konsens besteht. Auf beiden Seiten wurde der Wunsch auf Fortsetzung der Gespräche geäußert. Konkrete Anliegen für die nächste Zeit sind:

a) Rituelle Praxis und theologische Verständnis der heiligen Taufe sowie Bedingungen für deren wechselseitige Anerkennung; b) Das gemeinsame pastorale Handeln anlässlich konfessionsverbindender Ehen; c) Reflexion der nichttheologischen Faktoren wie Angst vor Identitätsverlust und Einbeziehung prägender Faktoren der historischen, ethnischen und gesellschaftlichen Kontexte; d) Die Rezeption der bislang vorliegenden Dialogergebnisse.

Es wurden auch konkrete Vorschläge gemacht wie die Zusammenstellung einer Gebetssammlung aus den beiden Kirchenfamilien, zum gemeinsamen Gebrauch und besseren Verständnis der jeweiligen Tradition und die Erarbeitung einer Publikation, die die unterschiedlichen Taufpraktiken darstellt. Ebenso wurde für wichtig erachtet, dass im evangelischen Religionsunterricht auch Kenntnisse der Orientalischen-Orthodoxen Tradition vermittelt werden.

Die Teilnehmenden der Konsultation schlagen eine Intensivierung der offiziellen Gespräche zwischen der EKD und den Diözesen der Orientalisch-Orthodoxen Kirchen in Deutschland vor. Außerdem wurde Interesse an einem offiziellen Dialog zwischen der EKD und den Orientalisch-Orthodoxen Patriarchaten geäußert.


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Updated: 29.03.2003
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