Ancient Tradition at Turkish Monastery Comes Under Siege
[Deutsch]

 Some Christians blame Islamists for crackdown on the teaching of 
Syrian Orthodox faith and the Aramaic language at Mor Gabriel.

By AMBERIN ZAMAN

[August 21, 1998] MIDYAT, Turkey--Tucked amid rugged mountains where Kurdish separatists are fighting the Turkish army, the ancient Syrian Orthodox monastery here usually draws only a trickle of intrepid Christian pilgrims. But lately, a
new kind of visitor is turning up.

These days, Turkish secret police and government inspectors arrive several times a month. They are trying to stamp out a 1,600-year-old tradition at Mor Gabriel, the world's oldest functioning monastery, of teaching children the Syrian Orthodox faith and the Aramaic language. "Should the authorities pursue this ban," said Timoteus Samuel Aktas, the archbishop responsible for the monastery, "we won't be able to train new priests."

Clutching a heavy silver crucifix encrusted with purple stones, Aktas added, "I'll die before I allow that to happen." Founded in AD 397, Mor Gabriel is the spiritual home of the estimated 3 million Syrian Orthodox Christians scattered across the world. Until the 12th century, Christian families sent their firstborn sons here to train as monks, priests or teachers. Then Turkey came under Islamic rule, and the monastery, a target of frequent Muslim raids, fell into disuse and became a cowshed for Kurdish farmers.

Turkey's 20,000-member Syrian Orthodox community was allowed to revive Mor Gabriel in the 1920s after the birth of the modern Turkish republic. But under the republic's secularist rules, Mor Gabriel's monks were legally
barred from teaching their religion and their language, which is believed to have been spoken by Jesus.

In practice, however, for decades, authorities looked the other way as Christian boys came for evening lessons at the monastery after attending state schools during the day. Monastery graduates include the Syrian Orthodox archbishop of Los Angeles, Eugene Kaplan. That official tolerance ended late last year with the first of a series of demands to stop the lessons. Asked about the crackdown, government officials say they are simply
enforcing a law barring any form of education that is not regulated by the state. They will not explain why they decided only recently to enforce the ban.

Many Christians say they believe that the decision was made by Islamic zealots who remained in the bureaucracy here in Mardin province after Turkey's Islamist-led government resigned in June 1997. They say the Islamists view the Syrian Orthodox monks as rivals who convert Muslims to their own faith.

John Shattuck, the assistant U.S. secretary of State for human rights, told reporters in February that the Islamist provincial governor, Fikret Guven, had assured him that the pressure on Mor Gabriel would end. It has not. The governor's office has since ordered all restoration work at the monastery stopped.
Aktas says inspectors have filmed and measured practically every square inch of the sand-colored complex and have returned to make sure nothing has changed.

The religious and language instruction continue but are interrupted whenever the monks spot a government vehicle climbing the hill. Provincial authorities have threatened legal action unless the archbishop sends home
the 30 pupils who board here.
An exotic figure in his flowing scarlet habit and embroidered black skullcap with earflaps, Aktas points to newly restored Byzantine mosaics speckling the ceiling of a small chapel where he had just said Mass. "We thought they would applaud our efforts to preserve a treasure that belongs to all Turks," he said. "Instead, they told us we were breaking the law."

The monastery is also hurt by a law allowing only Turkish citizens to serve as priests. Immigration to Europe and the United States in recent decades, Atkas said, has reduced the region's Syrian Orthodox population from 50,000 to fewer than 3,000. With only eight priests left, he said, he is facing a "serious personnel problem." The exodus has picked up because of fighting between the army and Kurdish guerrillas, who are Muslim. Residents of Haberli, a small Christian village 12 miles from the monastery, said they feel pressure from both sides to join the conflict. Visitors must register at a military checkpoint before entering the village, which is guarded by a tank.
Copyright 1998 Los Angeles Times. All Rights Reserved



 


Uralte Tradition in türkischem Kloster unter Auflösungsdruck
Christen machen islamische Fundamentalisten verantwortlich für das
schroffe Vorgehen daß darauf abzielt, die Unterrichtung des
Syrisch-Orthodoxen Glaubens und der aramäischen Sprache in Mor Gabriel.

MIDYAT. Eingekeilt zwischen zerklüfteten Bergen, in denen sich kurdische
Seperatisten Kämpfe mit der türkischen Armee liefern, zieht das uralte
Syrisch-Orthodoxe Mönchskloster lediglich eine kleine Schar
unerschrockener christlicher Wallfahrer an.
Neuerdings jedoch nimmt auch die Zahl von Besuchern anderer Art zu.
Dieser Tage statten Aufsichtsbeamte der Regierung und türkische
Geheimpolizei mehrmals im Monat dem Klosterihren Besuch ab. Sie
beabsichtigen die 1600 Jahre alte Tradition in Mor Gabriel -dem
ältesten, benutzten Kloster der Welt- auszumerzen: die Unterweisung der
Kinder im Syrisch-Orthodoxen Glauben und in der aramäischen Sprache.
"Sollten die Behörden dieses Verbot durchsetzten", so der für das
Kloster verantwortliche Erzbischof Timoteus Samuel Aktas ,"werden wir
nicht mehr in der Lage sein, neue Priester auszubilden." Nach einem
schweren, silbernen und mit purpurnen Steinen übersäten Kruzifix
greifend fügt er hinzu: "Eher würde ich sterben, bevor ich dies
geschehen lasse."

Im Jahre 397 nach Christi gegründet ist Mor Gabriel das spirituelle Heim
der um die ganze Welt verstreut lebenden, auf 3 Millionen geschätzten
Syrisch-Orthodoxen Christen. Bis zum 12. Jahrhundert sandten die
christlichen Familien ihre Erstgeborenen her, um sie als Lehrer,
Priester oder Mönche auszubilden. Dann geriet die Türkei unter
islamische Herrschaft und das Kloster wurde Ziel regelmäßiger
Raubüberfälle durch die Muslime. Außer Widmung verkam es zum Viehstall
kurdischer Bauern. Der 20000 Mitglieder umfassenden Gemeinschaft
Syrisch-Orthodoxer Christen ist das Wiederaufleben lassen Mor Gabriels
in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach der Gründung der
modernen Republik Türkei genehmigt worden. Unter den säkularisierten
Gesetzen der Republik wurden Mor Gabriels Mönche legal daran gehindert
ihre Religion und ihre Sprache zu Lehren, die Sprache, von der
angenommen wird, auch Jesus habe sie gesprochen.

Praktisch schauten die Machthaber jedoch Jahrzehnte lang weg, wenn
christliche Jungen zur Abendlektion zum Kloster kamen, nachdem sie
tagsüber in den staatlichen Schulen unterrichtet wurden. Zu den
Absolventen des Klosters zählt auch der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof von
Los Angeles Mor Eugen Kaplan. 
Diese offizielle Toleranz endete spät letzten Jahres mit der ersten
einer ganzen Reihe von Forderungen den Unterricht zu unterlassen.
Nach den Ursachen ihres scharfen Vorgehens gefragt, antworten offizielle
Stellen, daß sie lediglich ein Gesetz durchzusetzen versuchen, welches
jede Art von Unterricht verbietet, der nicht dem staatlichen Reglement
unterliegt. Von ihnen ist keine Erklärung zu erwarten, warum sie erst
jüngst entschieden haben, das Verbot zu erzwingen.
Viele Beobachter glauben, daß diese Entscheidung durch islamische
Eiferer gefällt wurde, die im Behördenapparat der Provinz Mardin auch
nach dem Rücktritt der islamisch geführten Regierung im Juni 1997
verblieben sind. Sie sagen, die Islamisten sehen die Syrisch-Orthodoxen
Mönche als Gegner an, welche die Muslime zu ihrem Glauben bekehren
möchten.
John Shattuck, der stellvertretende U.S. Minister für Menschenrechte
äußerte im Februar Reportern gegenüber, der islamistische Provinzleiter
Fikret Guven hätte ihm versichert, den Druck auf Mor Gabriel ein Ende zu
bereiten. Dem ist nicht so. Das Büro des Leiters hat seit dem alle
Restaurationsarbeiten am Kloster unterbrechen lassen.
Aktas versichert, Inspektoren hätten praktisch jeden Quadratzentimeter
des sandfarbenen Komplexes vermessen, gefilmt und sein wiedergekehrt, um
sicherzugehen, daß sich nichts geändert habe.
Die religiösen und sprachlichen Einweisungen wurden fortgeführt, aber
immer wieder unterbrochen, wenn die Mönche ein Regierungsfahrzeug
ausmachen konnten, daß den Berg erklomm. Provinzbehörden drohten
rechtliche Schritte an, bis der Erzbischof die untergebrachten 30
Schüler heimschickte.
Befremdlich wirkend in seiner wallenden, scharlachroten Robe und seiner
schwarzen, gestickten Kopfbedeckung weist Aktas auf die kürzlich
restaurierten Mosaike, die über die Decke der kleinen Kapelle in der er
gerade die Messe gehalten hat, versprenkelt sind.
"Wir dachten die würden unsere Bemühungen begrüßen, einen Schatz zu
bewahren der allen Türken gehört", sagt er. "Statt dessen erzählen sie
uns, wir brechen das Gesetz!"
Derweil wird das Kloster auch durch ein weiteres Gesetz gegägelt,
welches nur türkischen Staatsbürgern die Berufung zum Priesteramt
erlaubt. Die Immigration der letzten Jahrzehnte nach Europa und den
Vereinigten Staaten hat Aktas zufolge die Syrisch-Orthodoxe Bevölkerung
der Region von ehemals 50000 Seelen auf nicht annähernd 3000 reduziert.
Mit nur acht Priestern die ihm verblieben sind, steht er einem
"ernsthaften personellen Problem" gegenüber.
Vom Exodus miterfaßt wurden die meisten aufgrund der Kämpfe zwischen
Armee und kurdischer Guerrilla
Einwohner Haberlis, einem kleinen christlichen Dorf 12 Meilen vom
Kloster entfernt sagen, sie fühlten sich durch den Druck beider Seiten
in den Konflikt mit hinein gerissen.
Besucher müssen sich an dem militärischen Kontrollpunkt registrieren
lassen, bevor sie in das Dorf gelangen. Es wird überwacht. Mit einem
Panzer. 
 

(Für die Übersetzung wird keine Gewähr übernommen ;)
Bis Dann: Isa   Tozman



 


Source: Los Angelos Times: Friday August 21, 1998



Web Master Gabriel Rabo
23.08.1998
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