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IGFM

Weitere 1910 Unterschriften für Kloster Mar Gabriel an türkischen Präsidenten
An Jahrestag des Lausanner Abkommens erinnert

Frankfurt, den 21. 7. 1998

Zum 75. Jahrestag der Unterzeichnung des Lausanner Abkommens am heutigen Tag hat die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) dem türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel 1910 Unterschriften zur Unterstützung des syrisch-orthodoxen Klosters Mar Gabriel zugesandt. Der Vertrag von Lausanne regelte nach dem Ersten Weltkrieg die völkerrechtlichen Grundlagen der jungen Türkei und den Schutz ihrer religiösen und ethnischen Minderheiten. Nach der türkischen Rechtspraxis gehören nur die armenisch-apostolischen und griechisch-orthodoxen Christen sowie die Juden zu den geschützten Religionsgemeinschaften. Die IGFM möchte mit der Übergabe der Unterschriften daran erinnern, daß die syrischen Christen jedoch nicht als Minderheit geschützt sind. In dem Appell an Demirel bittet die IGFM, einen Antrag für das syrisch-orthodoxe Kloster Mar Gabriel zur Aufnahme in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes zu stellen.

Das syrisch-orthodoxe Kloster Mar Gabriel am Tur Abdin (Berg der Diener Gottes) in Südostanatolien wurde im 4. Jahrhundert nach Christus gegründet. Es ist eines der ältesten Klöster der Christenheit. Mar Gabriel, wo der örtliche Bischof residiert, gewährte gerade in den letzten Jahren seit Verhängung des Ausnahmezustands verfolgten Christen aus der Gegend Schutz und Obdach. Zudem ist dort bis vor kurzem die syrische Kirchensprache, ein Dialekt des Aramäischen, unterrichtet worden. Jedoch ist beides, die Unterbringung von Gästen und der Sprachunterricht, im vergangenen November verboten worden. Die IGFM bittet in ihrem Appell, das Verbot wieder aufzuheben. "Dies würde auch eine glaubwürdige Geste der Türkei sein, das von der Türkei nach eigenen offiziellen Angaben mitgefeierte Jubiläumsjahr "2000 Jahre Geburt Jesu" zu begehen", schreibt die IGFM in ihrer Petition. Insgesamt rund 9000 Unterstützer haben das Bittschreiben bisher unterzeichnet.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Presseabteilung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Tel. 069 - 420 10 80.

Quelle: IGFM


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Updated: 07.06.2000
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