Suryoyo Online


Das eucharistische Brot tab'o  in der Syrisch-Orthodoxen Kirche*

Gabriel Rabo


 


 
I. Einleitung

Das Brot für die Eucharistiefeier war in der Ostkirche, aber auch in der lateinischen Kirche, bis zur Mitte des 5. Jhs. das gewöhnliche Brot1. dann entwickelte sich eine vom christlichen Geist geprägte Form mit unterschiedlichen Kennzeichen. Die älteste Form, wohl ein Vorläufer des heutigen Hostienstempels, ist möglicherweise das ganz punktierte Flachbrot mit in der Mitte eingeritzten Kreuzchen2 . Über sein genaues Alter ist nichts bekannt. Das Brot verwendeten die Ostsyrer wahrscheinlich sowohl als gewöhnliches Nahrungsmittel wie auch für den eucharistischen Zweck. Als eucharistischen Hostienstempel kann man zunächst an den koptischen Tonstempel denken, der mit einem Reliefbild oder -negativ versehen ist3. Ebenfalls hat sich im syrisch-orthodoxen Ritus eine besondere und eindrückliche Gestalt für das eucharistische Brot entwickelt, welches mit verschiedenen Namen belegt wurde. Diese Art des Brotes dürfte spätestens schon vor dem Ende des 8. Jhs. in Gebrauch gewesen sein, da die beiden Liturgiekommentatoren Iwannis Bischof von Dara († 860) und Mose Bar Kepha († 903) sie in ihren Werken besprechen. Das eucharistische Brot wird tab’o, furshono (arab. burshan, abgeleitet vom syrischen Wort furshon, furshono), bukro und fristo genannt. Der Name tab'o, der heute allgemein gebräuchlich ist, kommt von dem syrischen Verb tba' (abdrücken) und bezeichnet einen aus Holz gemachten Stempel (Abdruck), mit dem der Teig des eucharistischen Brotes geformt wird. Der furshono wird wohl so benannt, weil die Gläubigen ihr eigenes Mehl für das eucharistische Brot als Darbringung in Anlehnung an Lv 6,7-16 opfern. Das Wort furshono kommt von dem Verb frash und bedeutet trennen. Der Name bukro, Erstgeborener, bezieht sich auf paulinische Aussagen: "Wenn er den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt" (Hebr 1,6) und Christus als Erstling der Auferstehung (1 Kor 15,19). Der andere Name fristo leitet sich von dem Verb fras (ausdehnen) her und ist wahrscheinlich der einfache Name für das Flachbrot.

II. Herstellung

Die Hostie tab’o ist rund, ca. 1,5 cm dick und im Durchmesser etwa 7 cm groß. Sie wird kreuzweise gleichmäßig in vier große Teile geteilt; jeder Teil wird weiter in drei Stücke geschnitten. Die Hostien werden für jede Eucharistiefeier täglich frisch gebacken. Es wird erst nach dem Sonnen-untergang, am Vorabend des jeweiligen Tages der Zelebration, mit dem Kneten des Brotes begonnen, weil der neue Tag in der syrischen Kirche wie im Judentum nach dem Sonnenuntergang, d.h. nach dem Abendoffizium beginnt. Der Teig der Hostie besteht aus weißem, sauber durchgesiebtem Mehl, aus klarem warmem Quellwasser, Sauerteig vom letzten Backen und aus ein wenig Salz4 , dessen symbolische Bedeu-tung aus 2 Kön 2,19-22 und aus Mk 9,49-50 abgeleitet wird. Das Mehl wird aus handverlesenen Weizenähren mit einer Handmühle gemahlen; während der Erntezeit wird das Getreide nach der Tradition im Tur`Abdin von den Gläubigen wöchentlich als qsoto, d.h. als Opfergabe, zum Priester bzw. Hostienbäcker gebracht. Der Teig wird von einem Diakon, Mönch oder Priester in der Kirche, im Pfarrhaus oder beim Messner bei Psalmen und nach Yahya Ibn Garir (11. Jh.) "wie manche sagen" nüchtern 5 geknetet und in ein dafür bestimmtes weißes Tuch gelegt. In diesem wird er unter ei-nem Gesang eines wahrscheinlich von Ephrem dem Syrer († 373) verfaßten Hymnus 6  hin und her geschwun-gen und dann bis zur Durchsäuerung beiseite gelegt. Der Teig wird zunächst gleichmä-ßig in Stücke geschnit-ten und mit dem eigentlichen tab’o (Hostien-stempel) aus Holz 7  geformt. Dabei begnügt man sich damit, die Oberfläche der Hostienstempel mit etwas Öl einzustreichen, um zu verhindern, daß der Teig festklebt. Der Holz-tab’o hat auf beiden Seiten einen Stem-pel. Ein Stempel ist für die normalen Hostien jeder Eucharistie-feier, der andere Stempel für die Hostie der Eucharistiefeier am Donnerstag der Geheimnisse (Gründonnerstag) bestimmt. Letzterer wird bukro (s.u.) genannt. Nach dem Stempeln der Teigstücke werden diese nun kreuzweise an fünf Stellen der Oberfläche angesto-chen. In die Rückseite der Hostien werden mit einem kleinen Hölzchen fünf kleine Kreuzchen gestochen. Am frühen Morgen vor der Messe beginnt man dann, die Hostien frisch zu backen. Als Bestandteil des Brennstoffs bestimmte Yahya Ibn Garir das "Holz, dessen Frucht wohlschmeckend ist"8.  Nach dem Backen aller Hostien wird die beste, schön-ste und reinste Hostie, die nicht angebrannt und verkümmert ist, für den Altar zur Kon-sekration ausgewählt 9.  Sie darf auf keinen Fall zerbrochen, ver-bran-nt oder beschädigt werden.

Die Anordnung der Hostie auf der Patene während der Eucharistiefeier ist im Verlauf des Kirchen-Jahreskreises verschieden: Von Weihnachten bis Karfreitag 10 wird die Figur des Lammes (emro), von Karsamstag bis zum Kreuzerhöhungsfest am 14. September die des Gekreuzigten (zqifuto) und vom Kreuzerhöhungsfest bis Weihnachten die des Jünglings (talyo) oder des Menschen (barnosho) verwendet. Zum Bild des Lammes wird die Hostie vom Priester während der Brechung und Bezeichnung (qsoyo wa-rshomo) in zwei Hälften (A B) gebrochen und die oberen Eckstücke des linken (C) und rechten (D) Teils werden abgetrennt. Dann werden die beiden Hälften (A B) so in die Patene gelegt, daß ihre beiden Ränder einander berühren. Eines der Eckstücke (C oder D) wird oben von dem Gesamten getrennt angeordnet und soll so den Kopf der Lammfigur bilden. Für die Jünglingsfigur wird die Hostie zunächst bis zum oberen Bruchstück (C) wie bei der Lammfigur bearbeitet. Der Priester befeuchtet mit dem in den Kelch eingetauchten Stück (C) die beiden Hälften (A B) der Hostie und legt dann das Stück (C) in der Oberkante der Hälften (A B) wieder wie bei der Lammfigur. Anschließend werden die beiden Hälften (A B) in zwei Abschnitte, jeweils für ein Bein, geteilt. So besteht die Jünglingsfigur aus fünf Teilen. Die Figur des Gekreuzigten wird sorgfältiger als die anderen angeordnet. Die Brechung wird wie bei anderen Figuren bis zum Stück (C) für die Position des Hauptes bearbeitet. Die beiden Hälften (A B) werden in weitere acht Teile zerschnitten. Für den Körper (a b) und die Arme (c d) werden vier Stücke, für das Becken das einzelne Stück (e) und für die Beine die anderen zwei Stücke (f g) verwendet. Das Stück D wird in die Unterkannte (unter den Stücken f g) gelegt und versinnbildlicht nicht die Füße, sondern den Adamsschädel, der nach der syrischen Tradition auf Golgotha liegt, wo das Kreuz Jesu stand .

III. Kommentar

Die Stücke der Hostie sind mit einem Kreuz versehen und bilden insgesamt die symbolische Zahl Zwölf, für die zwölf Apostel. Die im äußeren Kreisring der Hostie eingeprägten Punkte symbolisie-ren die 72 Missionare und die den Leib Christi empfangenden Gläubigen; die vier großen Teile sind ferner das Symbol für die vier Evangelisten 11. Die fünf Einstiche auf der Hostienoberfläche symbolisieren die fünf Wundmale Christi, nämlich die durch die Lanze, den Dornenkranz und die drei Nägel des Kreuzes 12. Die zweite Art der Hostie bukro, die aus vier Teilen besteht, ist nur für die Eucharistiefeier am Donnerstag der Geheimnisse bestimmt. An diesem besonderen Tag wird die Eucharistie der Bukro-Hostie gefeiert. Am Donnerstag der Geheimnisse werden einfache und Bukro-Hostien gebacken und von zwei Diakonen an alle Familien der jeweiligen Pfarrei verteilt; d.h. für jede Person ist eine einfache Hostie und für jede Familie eine Bukro-Hostie und ein Stück Sauerteig bestimmt, der nach syrischer Tradition seit der Zeit der Apostel bis in die Gegenwart überliefert wird. Dieses Teigstück mischt man mit anderem eigenem Teig, so daß man das ganze Jahr über den gechenkten Segensteig zur Verfügung hat. Die Hostie wird nicht einfach gegessen, sondern als Segensbrot oder -gegenstand für das Haus zum Schutz vor dem Bösen oder zum Zweck der Getreidesegnung zwischen dem Getreide aufbewahrt. Diese sehr alte syrische Tradition ist im Tur ‘Abdin noch immer lebendig.

In bezug auf das Backen des eucharistischen Brotes ist anzunehmen, daß die Gläubigen es früher selber hergestellt und am gleichen Tag als Opfer auf den Altar gebracht haben. Da aber die Regeln beim Brotbacken häufig nicht genau eingehalten wurden, wurde dann festgelegt, daß die Gläubigen das Brot nicht mehr selber backen, sondern das Mehl dafür zum Hostienbäcker bringen sollten.

Neben dieser Opferung der Hostie gab es damals noch einen anderen Opferbrauch in der syrischen Kirche, der heute in Vergessenheit geraten ist: Man legte zu Beginn der Weizenernte neben die Hostie zwölf Körner einer Weizenähre in die Patene, um das Erstlingsgetreide zu opfern. Rahmani bezieht diesen Brauch auf den 4. von den Aposteln gesprochenen Kanon 13. In gleicher Weise bringt man auch noch heute ab und zu frische Trauben während der Erntezeit statt des Weines dar.

Die vier Bestandteile des eucharistischen Brotes: Mehl, Wasser, Sauerteig und Salz - so Mose Bar Kepha und Dionysius Ya`qub Bar Salibi († 1171) - symbolisieren wohl die vier Ele-mente des Kosmos, aus denen die Körper zusammengesetzt sind, d.h. die Erde, das Wasser, das Feuer und die Luft 14. Mehl, Wasser und Sauerteig sind gleichseitig ein Abbild der Dreifaltigkeit 15. Außerdem wird aber auch das Olivenöl als Bestandteil für die Hostie bei Isaak von Antiochien († 460), dem Patriarchen Yuhannun Bar Shushan von Antiochien († 1072), Yahya Ibn Garir und dem Papst Christodulos von Alexandrien († 1077) genannt, wobei hier zwischen den letzten beiden eine heftige Diskussion entstand, weil letzterer in den Teig weder Salz noch Öl mischte 16. Bar Salibi und Yahya Ibn Garir sehen im [Oliven]öl einen der wich-tigsten der oben genannten Bestandteile des eucharistischen Brotes 17. Letzterer bevorzugt das Öl vor allem Anderen und mißt ihm einen hohen Rang zu, weil die mit Öl übergossenen Speiseopfer in Lv 2,1-7 und die mit Öl gekneteten zwölf Brotkuchen in Lv 24, 5-7 Vorbilder der Eucharistie (qurbono) seien: "Das Öl im Qurban ist wie die Seele im Leib" 18.  Ob das Öl auch heute tatsächlich ein Bestand-teil im eucharistischen Brot ist, kann hier allgemein nicht beantwortet werden. Jedenfalls wird es als Hilfsmittel gegen das Kleben des Teiges am Stem-pel verwendet.

Der Teig darf niemals von einer Frau, auch nicht von einer Jungfrau, vorbereitet werden, weil die Frau nach den syrischen Kirchenvätern den Menschen zum Sündenfall verführt hat. Sind die oben genannten Personen abwesend, kann ein jungfräulicher Laie diese Aufgabe übernehmen. Die Tradition des täglich frisch gebackenen eucharistischen Brotes geht nach Yuhannun von Tella († 538), Bar Salibi und Gregorius Yuhannun Bar ‘Ebroyo († 1286) bis auf die Apostelzeit zurück. Sie vergleichen im Anschluß an Paulus (1.Kor 10,3) das täglich frisch gebackene eucharistische Brot mit dem "himmlischen Manna für die Israeliten" 19,  das man täglich frisch aß und das für den nächsten Tag nicht aufgehoben werden konnte. Es ist möglich, daß die Hostien zu früheren Zeiten in einem nur dafür bestimmten Ofen gebacken wurden, weil es früher einen solchen kleinen Ofen, genannt arwunt, auf einem syrischen, aber auch auf dem koptischen Kirchhof im alten Kairo gab. Heute backt man sie - so nach der syrischen Tradition im Tur ‘Abdin - auf einer gewöhnlichen Blechplatte.

Mehrere Hostien können für die Eucharistie je nach Bedarf der Kommunizierenden, z.B. am Donnerstag der Geheimnisse, an dem jedem syrisch-orthodoxen Christ grundsätzlich der Empfang der Kommunion empfohlen wird, zum Altar gebracht werden. Bis zu drei Hostien können ohne weiteres gebracht werden. Aber sonst soll man sie immer als Einzelstücke und nicht paarweise nehmen.  Mose Bar Kepha vergleicht die eine Hostie mit dem menschgewordenen Logos, die zwei Stücke mit der Menschheit und Gottheit Christi und die drei Stücke mit den drei Personen der Dreieinigkeit 20. Bar ‘Ebroyo weist in seinem Nomokanon darauf hin, daß er - wie auch Yuhannun von  Tella - keine Regel kennt, wonach die Hostien einzeln oder paarweise auf den Altar dargebracht werden sollen. Er schreibt allerdings an Klemens, man solle am Samstag drei Brote für die Zahl der Dreieinigkeit und am Sonntag vier Brote der Zahl der vier Evangeli-sten entsprechend für den Altar neh-men 21. Die auf den Altar gebrachten Hostien dürfen nie mehr weggenommen werden, wohl aber dürfen andere hinzugefügt werden, solange das Velum auf dem Kelch und der Patene ausgebreitet ist 22. Jedes Stück der konsekrierten Hostie, des Leibes Christi, wird in Anlehnung an Jes 6,6-7 gmurto, wörtlich Glühkohle genannt 23, welche die Gottheit und Menschheit Christi darstellen soll. Ephrem der Sy-rer, Ya`qub von Sarug († 521) und  Yuhannun von Tella nennen sie margonito, d.h. Perle 24. Außer den für den Altar bestimmten Hostien werden einige (meistens wird eine besonders große gebacken) für das Eulogion (burkto) genommen, die während der Eucharistiefeier vor der Predigt und nach der Segnung in viele kleine Teile geschnitten und am Ende der Eucharistiefeier von einem Diakon, der eine Kerze in der rechten Hand hält, vor dem Ausgang der Kirche stehend an alle Gläubigen verteilt werden.

Für die syrische Kirche wie auch für einige andere orientalische Kirchen hat die Verwendung des gesäuerten Brotes (lahmo hami`o) für die Eucharistiefeier eine entscheidende Bedeutung, im Gegensatz zum Brauch der abendländischen und mancher anderer orientalischen (z.B. der armenischen) Kirchen. Dieser Brauch war schon in der alten Kirche von Antiochien bekannt. So kritisiert Ephiphanius, der Bischof von Zypern († 403) die judenchristlichen Ebioniten, weil sie ungesäuertes Brot und nur Wasser für die Eucharistiefeier verwendeten . Johannes Chrysostomos († 407) bezeugt auch, da die aus Erde bestehende Substanz des Menschen dem Tod unterworfen sei, habe nun Christus den zweiten Teig vorbereitet. Ein noch deutlicherer Beweis für den Gebrauch des gesäuerten Brotes in der frühen Kirche von Antiochien ist die Kritik des Rabbula von Edessa († 435) an den fastenden Mönchen des Klo-sters von Perin, die absichtlich mehr gesäuerten Teig für das eucharistische Brot verwendeten, das ihnen dann zugleich als Speise diente 25. Mose Bar Kepha und Bar Salibi, die hier von Yuhannun Bar Shushan abhängig sind, beantworten diese wichtige Frage des gesäuerten oder ungesäuerten Brotes gegenüber den Armeniern ganz deutlich, indem sie betonen, daß der Begriff lahmo (Brot) sich stark vom fatiro (Ungesäuerten) unterscheide. Der lahmo besteht zweifellos aus hmiro (Sauerteig) der die Lebendigkeit versinnbildlicht. Der fatiro aber besteht nur aus Mehl und Wasser, was die Sterblichkeit sym-bolisiert. Bar Kepha und Bar Salibi sagen weiter, wobei sie sich auf Worte der Evangelisten und des Paulus stützen, unser Herr  - so ebenfalls auch bei Maruta von Tagrit († 649) in seinem Kommentar zu den Evangelien 26 -  habe beim Abendmahl den lahmo (das Brot) und nicht den fatiro (das ungesäuerte Brot) genommen. Nach diesen beiden Kirchenlehrern ist das Brot der Einsetzungsberichte also gesäuert. Sie beziehen sich dabei auch auf das Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33) 27. Ebenso meint Yahya Ibn Garir, Jesus habe sich als das vom Himmel herabgekommene Brot bezeichnet. Er habe nicht gesagt, er sei das ungesäuerte Brot. Und er betont: "Wie der Leib Jesu das Voll-kom-menste ist, so muß auch zur Materie des qurban die voll-kommenste Brotart genommen werden, also gesäuertes Brot" 28.  Nach Rahmani waren frühe Kirchenlehrer wie Ephrem der Syrer und Rabbula von Edessa andererseits aber auch der Meinung, daß Jesus ungesäuertes Brot am Tag der ungesäuerten Brote aß. Der Patriarch Yuhannun von Antiochien († 649) und der Bischof Lo`ozor Bar Sobto von Bagdad (9. Jh.) geben dieselbe Überlieferung wieder 29. Das eucharistische Brot ist aber Ephrem zufolge aus Sauerteig. Dabei bezieht er sich negativ und polemisch auf das ungesäuerte Brot des jüdischen Pascha: Sauerteig schenkt das Leben aber Ungesäuertes den Tod 30 .

Das eucharistische Brot ist in der Syrisch-Orthodoxen Kirche eines der wichtigsten liturgischen Elemente, desen Symbolik das theologische Herz und die Frömmigkeit der Kirche zum Ausdruck bringt. Viele liturgische Traditionen, aber auch Bräuche der syrischen Volksfrömmigkeit, die ihren Ursprung schon in der Alten Kirche haben, wurden und werden im Tur ‘Abdin praktiziert.


Anmerkungen
 

* Diese Arbeit wurde am 14.08.1996 auf dem VII. internationalen Syrologenkongreß, dem sog. Symposium Syriacum, in Uppsala/Schweden vorgetragen.

1.        Vgl. O. Casel, "Altchristliche Liturgie bis auf Konstantin d. Gr.", JLW 9, (Münster 1929), 229-260, hier 232.

2.       Vgl. F. J. Dölger, "Heidnische und christliche Brotstempel mit religiösen Zeichen", Antike und Christentum, 1, (Münster 1929), 1-46, hier 27, (Tafel 7 unten links).

3.       Vgl. ebd., 10 f.

4.       Vgl. E.S. Drower, Water into Wine, A Study of Ritual Idiom in the Middle East, London 1956, 55.

5.        Vgl. G. Graf, "Die Eucharistielehre des Jakobiten Yahya Ibn Garir", OC 37 (Wiesbaden 1953), 100-115, hier 108.

6.         Dieser Hymnus wird nach der Melodie quqoyo gesungen und lautet: eno no lahmo d-haye emar moran, d-men raumo l-‘umqo nehtet tursoyo l-‘olmo, shalhan(y) abo melto d-lo besro, w-ak akoro zar‘an(y) gabriel, w-qabeltan(y) karsoh d-maryam ak ar‘o tobto, w-ho mzayhin li b-idayhun kohne ‘al madbho haleluya badmut malake. "Ich bin das Brot des Lebens, sagte unser Herr, der aus der Hoheit [Himmel] in die Tiefe [Erde] hinabgestiegen ist, zur Nahrung für die Welt. Der Vater sandte mich als Wort ohne Fleisch, Gabriel pflanzte mich wie ein Ackermann, und Maria empfing mich in ihrem Mutterschoß wie ein gutes Feld. Nun tragen mich die Priester (lobend) mit ihren Händen auf den Altar H[alleluja] im Bild der Engel." Textausgabe: E.  Barsaum,  ktobo d-shumloyo d-qurobo lfut tekso d- ´ito suryoyto trisat shubho, dayro d-kurkmo [Kloster  Za¡ Ñfa¡ra¡n, Mardin] 1912, 61.

7.          Die Hostienstempel können auch aus einem Stein sein, obwohl solche heute nicht mehr in der syrisch-orthodoxen Kirche gibt, aber ein solcher Steinstempel befindet sich in Kairo und in der St. Stephans-Kirche in Jerusalem. Vgl. A.A. King, The Rite of the Eastern Christendom, 1, (Rom 1947), 102.

8.       Vgl. Graf, "Die Eucharistielehre" (oben Anm 5), 108.

9.         Vgl. Dölger, "Heidnische und christliche Brotstempel" (oben Anm 2), 35; Graf, "Die Eucharistielehre" (oben Anm 5), 108.

10.       Zur Erklärung der Anordnung der Figuren wird immer der Karfreitag herangezogen. Am Karfreitag aber wird die Eucharistie nicht gefeiert.

11.        Vgl. G. Rabo, Die Eucharistiefeier der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, 92 f, [unveröffentlichtes Manuskript]; Drower, Water into Wine (oben Anm 4), 144 ff.

12.       Vgl. ebd., 55.

13.       Vgl. E. Kaplan, pushoq gmirut gmiruoto, [unveröffentlichtes Manuskript], 15.

14.       Vgl. E. Rahmani, Les Liturgies Orientales et Occidentales, Beyrouth 1929, 70.

15.       Vgl. Mose Bar Kepha, ktobo d-pus‘oq (a)roz qurbono Kurban Sirrinin Tefsiri, hg. E. Bilgiç, Mardin 1957, 30; Kaplan, pushoq gmirut gmiruoto,  (oben Anm 13), 13 f.

16.       Vgl. Graf, "Die Eucharistielehre" (oben Anm 5), 108.

17.       Vgl. King, The Rite of the Eastern Christendom, 1 (oben Anm 7), 102 ff; E. Rahmani, Les Liturgies (oben Anm 14), 69.

18.       Vgl. BO II, (Rom 1721), 182 f.

19.       Vgl. Graf, "Die Eucharistielehre" (oben Anm 5), 108; W. de Vries, Sakramentenlehre bei den syrischen Monophysiten, OCA 125, (Rom 1940), 159 f.

20.      Vgl. King, The Rite of the Eastern Christendom, 1 (oben Anm 7), 104; BO II, 185; G. Barhebräus, Nomocanon (Hudoye), hg. St. Ephrem der Syrer Kloster, Glane 21986, 22.

21.       Vgl. Mose Bar Kepha, ktobo d-pushoq (a)roz qurbono (oben Anm 15), 24 f; I. Sakapushoq qurobo, tafsir-ul-quddas, Bagdad 21977, 9.

22.      Vgl. Barhebräus, Nomocanon (oben Anm 20), 22 f.

23.      Vgl. King, The Rite of the Eastern Christendom, 1, (oben Anm 7), 106; Saka, pushoq qurobo (oben Anm 21), 9.

24.      Vgl. Bar Salibi, BO I, (Rom 1719), 79.

25.      Vgl. King, The Rite of the Eastern Christendom, 1, (oben Anm 7), 102.

26.      Vgl. Rahmani, Les Liturgies (oben Anm 14), 65.

27.      Vgl. ebd., 65.

28.      Vgl. Maruta, BO I, 180.

29.      Vgl. Mose Bar Kepha, ktobo d-pushoq (a)roz qurbono (oben Anm 15), 29 f; Bar Salibi, BO II, 183.

30.      Graf, "Die Eucharistielehre" (oben Anm 5), 107.

31.       Vgl. Rahmani, Les Liturgies (oben Anm 14), 66 f.

32.       Vgl. ebd., 63.


Suryoyo Online
Published in OCA 256, 1998, 139-147.
KS 117/118 1997, 167-173.
Hermeneia, 14, 1, 1998, 7-14.
First Updated: 20.07.1998
Copyright 1997-2007
[
HOME] [SOK]